Ernst Heller - Pfarrer für Circus, Markthändler und Schausteller
Pfarre Ernst Heller

Pfarrer für Circus, Markthändler und Schausteller

 

Philipp Neri-Stiftung

Download PDF (530 kB): Buchankündigung: Ernst Heller - der Clown Gottes

Download PDF (530 kB): Pfarrer Hellers Gala Night 2012 im Europapark Rust

Bild des Monats:
Bild des Monats

Film Besuch beim
Zirkus-Pfarrer Heller

Film 10 Jahre Circus-Pfarrer Ernst Heller

ARCHIV: Schnupperwoche bei der Schweizergarde

Donnerstag, 4. September 2008

Stolz zeigt ein Gardist Ernst Heller seine Medaille in der Garde-Kaserne.

Bild

Das "Hallo" vor der Porta Sant'Anna ist immer gross, wenn Ernst Heller dort erscheint. In der Kaserne der Schweizergarde ist er mittlerweile ein bekanntes Gesicht, ist er doch bereits seit acht Jahren geistlicher Begleiter für junge Schweizer, die Gardist werden wollen.
Im Schlepptau hat er diesmal rund 25 Jugendliche aus allen Kantonen der Schweiz, die sich zur diesjährigen Schnupperwoche angemeldet haben. Erneut waren die Plätze im Schnellzugtempo weg für diese besondere Woche. Der Erfolg des Schnupperkurses in der Garde-Kaserne hat sich längst herumgesprochen. Ein Reporter des Blattes "Glückspost" berichtete darüber in einer Reportage. (siehe PDF).
Elmar Mäder, der diesen Anlass zum letzten Mal als Garde-Kommandant begleitete, gab erst einmal einen facettenreichen Einblick in die unterschiedlichen Dienste eines Schweizergardisten. Auf grosses Interesse stiess auch diesmal seine Informationen über die Zusatzausbildung zum eidgenössisch diplomierten Sicherheitsfachmann. Denn dies ist die Garde, ein professionell geführter Sicherheitsdienst zum Schutze des Papstes, keine herzige Touristenattraktion. Elmar Mäder stellte einmal mehr auch klar, dass Gardisten (die "Swizzeri", wie sie Römer nennen) im Ausland auch vorbildhaft auftreten sollen. Dabei zähle allein nicht nur ein gepflegter Anzug. "Wir sind die Visitenkarte der Schweiz", betonte Elmar Mäder.
In diesen Tagen zugegen war bereits auch sein Nachfolger, der Ostschweizer Daniel Anrig, der sein Amt am 1. Dezember 2008 antritt.
Die jungen Schweizer sahen auf ihrer Tour durch den Vatikan nicht nur die Garde-Kaserne mit Waffenkammer und Gardisten-Zimmern, sondern auch viele markante Punkte im 44 Quadratmeter grossen Ministaat. So etwa die Post, die Lebensmittelläden und Tankstellen, wo die Monsignoris in ihrem Alltag anzutreffen sind, ebenso die vatikanischen Werkstätten, wie etwa das Mosaikatelier. Sie kamen durch endlos lange Gänge, wie etwa der "Galerie der Weltkarten", die zu den Arbeitsräumen des Päpstlichen Staatssekretariates führen. Es ist sozusagen das Gehirn der römisch-katholischen Kirche.
Immer wieder sprachen die Jugendlichen Gardisten an. Sie "löcherten" sie mit ihren Fragen. Am liebsten wollen fünf Jugendliche sofort Gardist werden. Die meisten müssen jedoch zuerst die Rekrutenschule abolvieren.
Ernst Heller erlebte hier vor zehn Jahren, im Mai 1998, schwere Stunden, als sein Freund Alois Estermann, der neuer Garde-Kommandant werden sollte, einem Mord zum Opfer fiel. Für die meisten der Jugendlichen an der Schnupperwoche war dies jedoch kein Thema. Die wenigsten konnten sich überhaupt an diesen Vorfall erinnern. Sie interessierte nur das Hier und das Jetzt.
Sie interessierte, wie es ist, stundenlang bei Audienzen und Staatsbesuchen auszuharren, wie es ist, Wache zu schieben auf kaltem Marmorboden und in einsamen Fluren. Was Gardisten erleben, wenn sie vor den Privatgemächern des Papstes Dienst schieben dürfen oder auch, wie schnell man des Italienisch mächtig ist. Mit jedem Meter hier wuchs bei den Jugendlichen das Interesse, wie es wirklich zugeht im Herzen des Kirchenstaates, wo man die Bischöfe, Kardinäle und Monsignori mit Namen zu kennen hat.
Nach fünf Tagen im Vatikan haben die Jugendlichen gemerkt: Nach aussen hin erscheinen die Schweizergardisten wie Fossilien aus einer anderen Epoche, aber es sind junge Männer von heute, die nicht stehen bleiben und mit der Zeit gehen. Die sich derzeit rasend schnell verändernde Welt wird auch eine altehrwürdige Traditioneinrichtung wie die Schweizergarde dazu führen, ihr Sein immer wieder neu auf den Prüfstand zu stellen.

BILDERGALERIE »Schnupperwoche bei der Schweizergarde«

[Zurück]

© 2017 Philipp Neri-Stiftung | Kontakt